Sopro, vom Brasilianer Marcos Pimentel, ist ein ruhiger, sehr einnehmender Film, in dem nichts mehr oder weniger als das Leben schlechthin dargestellt wird. Spektakular unspektakulär. Sopro heisst Atem und Atem ist Leben. Der Rhythmus des Atems wird über die Schnittfolge subtil vorgegeben. Vom Hauch bis zum kräftigen Windstoss, von der wirbelnden Staubwolke bis zur gleissend, drückenden Luft sind alle Zustände unserer Atmosphäre präsent. Archetypische Motive wechseln sich ab und weben langsam während dreiundsiebzig Minuten ein Bild eines verlassenen, aber zentrierten Flecken Erde im innern Brasiliens. Ein ländliches Dorfleben, eingebetet in eine Hügellandschaft in Mina Gerais ist Schauplatz, wie er an vielen Orten auf der Erde zu finden wäre. Es geht um werden, sein und vergehen. Ob es die Naturelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde oder die Generationen, der Kreis von Kinder bis zum Greisenalter eines Lebewesens gezeigt wird, kommt beides sehr ungezwungen und selbstverständlich daher. Die Menschen, obwohl ich sie nicht kenne, sind mir vertraut. Sie sind mir lieb. Ihr Schicksal, oder die Botschaft des Films ist durch sie irgendwie ablesbar. Die Lebenszeit ist begrenzt.
Vision du Réel: Marcos Pimentel: 01:13: 2013: Brazil